Aussagen
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Johannes Paul II.
Der Heilige Vater in den Jahren 1978-2005
In allen meinen [Erinnerungen – J.G.] erscheint mir Seine Persönlichkeit, ausdrucksvolle, dynamische Persönlichkeit eines Priesters, eines Bischofs, engagiert und mutig – Mensch mit weitem Horizont, Wegbereiter des Polentums, kirchlicher Vertreter, Gottes- und Menschendiener. Eine eindeutige Persönichkeit, eine ausdrucksvolle Persönlichkeit, eine historische Persönlichkeit, eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Ich bete stets um Seine Seele. Er war und ist mir vertraut.
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Richard von Weizsäcker
Der Bundespräsident in den Jahren 1984-1994
Es war auf dem Zweiten Vatikanum eine Art der Zuwendung an Christen in aller Welt zu verspüren. Ein ökumenischer Charakter kam zur Geltung, der uns sehr wichtig erschien. Und dann kam eben die Initiative von dem Kardinal zu der Botschaft, die die polnischen Bischöfe an ihren deutschen Amtsbrüdern am Ende des Zweiten Vatikanums aussprachen.
Es war eine wahre Sternstunde. (...) es war ja mutig genug, dass die polnischen Bischöfe sagten: wir vergeben und bitten um Vergebung. Die polnischen Bischöfe haben bei sich zu Hause mehr als eine Kritik von der politischen Seite entgegennehmen müssen. Wieso? Wofür sollen wir uns Polen entschuldigen?
Sollen wir wirklich vergeben? Dass das die polnischen Bischöfe ausgesprochen haben, war ja vollkommen entscheidend für den ganzen Verständigungsprozeß, der dann bis zum Jahr 1970 und der Konferenz von Helsinki 1975 führte. Also wir sind und bleiben Ihnen voller Hochachtung dankbar.
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Tadeusz Mazowiecki
Der erste unkommunistische Premierminister Polens in den Jahren 1989-1990
Wie wichtig war diese Botschaft? Bis heute wird sie in den Konfliktsituationen in der Welt als ein Paradebeispiel angeführt. Sie veranschaulicht, dass man vergeben kann und muss.
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Kardinal Henryk Gulbinowicz
Erzbischof und Breslauer Metropolit in den Jahren 1976-2004
Es war im Jahre 1970. Ich wurde vom Papst Paul VI. zur Würde eines Bischofs erhoben und als Apostolischer Administrator nach Białystok geschickt. Zum ersten Mal habe ich an der Konferenz des Polnischen Episkopates teilgenommen. Ich habe ein Zimmer dort bekommen, wo sich heute die Apostolische Nuntiatur befindet. Auch Kardinal Kominek hatte dort sein Apartment, deshalb trafen wir uns während der Mahlzeiten, nicht nur im Konferenzsaal, wo er unter den Würdenträgern saß, während wir, die Jungen [...] ganz am Ende [saßen - J.G.].
In den Gesprächen fragte er danach aus, wo ich geboren wurde, wo ich die Ausbildung bekam. Bei all dem war eine Art der Vaterschaft anwesend, eine sehr herzliche und symphatische Betrachtungsweise. Der Mensch war angesichts dieses kirchlichen Würdenträgers keineswegs verlegen. Ich sprach so offen, als ob das ein sehr alter Bekannte gewesen wäre, von dem ich viel gewußt hätte. Nachdem die Konferenz des Episkopates beendet worden war, mußte ich nach Białystok fahren, um die Diözese kanonisch zu übernehmen.
Ich bat die Ordensschwestern, damit sie ein Taxi bestellen, weil ich zum Wilna-Bahnhof mußte. Aber es gab kein Taxi. Es war Januar – Frost, Schnee.. Und dann kam es Kardinal Kominek mir zur Hilfe, der sagte: „Herr Priester, wir fahren Sie zum Bahnhof, wenn wir nach Wrocław fahren werden.” Und so haben sie mich gefahren.
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Priester Prof. Jan Krucina
Sekretär und der engste Mitarbeiter vom Kardinal Bolesław Kominek
Ich erinnere mich an einen Samstag, als er mir bei der Gottes-Mutter-Figur begegnete und sagte: „Könne er im Messbuch durchblättern?”. Ich darauf: „Die Messe kann ich halten, Herr Priester Erzbischof.” Und er: „Gut. Dann werden wir morgen in die Pfarrei nach Świdnica und dann nach Jelenia Góra fahren. Und sorgen Sie Herr Priester nur darum, dass wir die elf Uhr am Abend nicht verpassen und rechtzeitig zurück kommen, wir können „Das Freie Europa” nicht verpassen. Wenn Sie zulassen, dass wir „Das Freie Europa” verpassen, bringe ich Sie um.”
Es ist wie ein Gebot: das Erste – ehre den Gottvater, das Zweite – die Sendung „Das Freie Europa”. [...] „Sie sind dafür verantwortlich.” Ich dachte mir: Herr Jesus, das wird so lange dauern? Den ganzen Sonntag! Aber dann konnte ich erfahren, wie mein neuer Chef arbeitete. Er hatte zwei Predigten mit sich. Er durchblätterte sie und fragte mich, den jungen Doktor, was ich hinzufügen würde. [Ich war erstaunt]: das erste mal fahren wir zusammen und sofort eine so vertraute Beziehung! Es war sehr symphatisch. Dann zog er ein Buch heraus und sagte: „Ich habe es mitgebracht, damit sie es in ein paar Tagen lesen und dann werden wir darüber diskutieren” Dann fing er zu beten an.
Ich habe keinen anderen kirchlichen Vertreter gesehen, der unterwegs beten würde. Er hat den ganzen Rosenkranz und fünf Litaneien gebetet. War er müde, machte er eine Pause, schlummerte er zwei, drei Minuten, und nachdem er aufgewacht war, betete er weiter, ab dieser Stelle, wo er unterbrach. Wir kamen nach Hause ein Viertel vor elf am Abend zurück, um „Das freie Europa” nicht zu verpassen. Und er sagte: „Morgen kommen Sie Herr Priester um neun” [...] Und so hat unsere Zusammenarbeit angefangen, die erst am Tag seines Todes im Jahre 1974 endete.
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Priester Prälat Józef Strugarek
Geistlicher vom Kardinal Bolesław Kominek in den Jahren 1968-1974
Das Leben des Kardinals Kominek war für mich Zeugnis des Menschen von echtem Glauben. Sein Glaube war einfach, unkompliziert, obwohl er sehr klug, intelligent und in der Geschichte, Literatur und Erdkunde Schlesiens unheimlich belesen war. Eine Autoreise mit Kardinal Kominek war ein Genuss, denn er bagann zu erzählen, nachdem er sich nach der Arbeit ein wenig erholt hatte. [...] Ich erinnere mich als ich ein junger Priester war und einige Sachen ein bißchen streng betrachtete. Da sagte er: „Herr Priester, mit einigen Sachen muss man ein bißchen sanfter [umgehen – J.G.].” Einmal sagte ich zu ihm: „Herr Kardinal, es ist schwer in unserem christlichen Leben um diese Dankbarkeit.” Er lächelte und antwortete: „Herr Priester, erwarten Sie nie Dankbarkeit von den Menschen, dann werden Sie glücklich!” Er hat mir viel beigebracht durch dieses „werden Sie glücklich!”
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Priester Alojzy Swoboda
Neffe vom Kardinal Bolesław Kominek
Kardinal Bolesław Kominek war für mich immer ein Onkel geblieben. So äußerte ich mich in den familiären Verhälnissen, so haben wir miteinander gesprochen. So habe ich mich auch an ihn gewandt. Aber er war immer derselbe. Sicherlich bemühte er sich und verlangte von mir, dass ich als ein Priester meine Aufgaben gut erfüllte, aber er war für mich immer so herzlich, ganz einfach wie ein Vater.
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Hansjakob Stehle
Journalist
Kardinal Kominek war imgrunde ein Priester, nicht nur Kirchenfürst – als solcher hat er sich nie verstanden – der den Kontakt zu Menschen suchte, der auch die nationalen Konflikte von Nachbarn, wie es die Polen und die Deutschen sind, überbrücken wollte und sich selbst eben auch als “Brücke” verstand und da er so nahe der deutsch-polnischen Grenze wirkte, war ein ständiger Motor seines Verhaltens und auch seines Denkens.
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Rafał Dutkiewicz
Stadtbürgermeister von Wrocław (ehem. Breslau) ab 2002
Kardinal Bolesław Kominek ist für mich ein Symbol für eine harte Arbeit an der Versöhnung zwischen den Nationen

