Biographie
Kardinal Bolesław Kominek, Erzbischof und Breslauer Metropolit.
Er kam als Sohn von Franciszek und Katarzyna (geb. Kozielska) in Radlin (heute ein Stadtteil von Wodzisław Śląski / ehem. Loslau) auf die Welt. Im Jahre 1923 beendete er als einer von zwei ersten polnischen Abiturienten das Staatliche Gymnasium in Rybnik. Dann begann er Theologie an der Jagiellonen-Universität zu studieren.
Im Jahre 1927 wurde er vom Bischof Arkadiusz Lisiecki zum Priester geweiht. Dann fuhr er nach Paris, wo er im Katholischen Institut eine Dissertation geschrieben hat, die die Philosophie von Rudolf Eucken aus Jena thematisierte. Er wurde auch zum Bakkalaureus in den Sozialwissenschaften. Obwohl er wissenschaftliche Ambitionen hatte, wurde er als Vikar in eine Arbeiterpfarrei in Dębie (Kattowitzer Diözese) geschickt. In kurzer Zeit wurde er im Jahre 1930 vom Bischof Stanisław Adamski dem Sekretariat der Katholischen Aktion zugewiesen. Eifrig beschäftigte er sich mit der Organisation der Gesellschaften und katholischen Tagungen. Er konnte andere zur Aktivität anspornen, indem er einmalige Methoden gebrauchte; er hat Aufsätze und Broschüren geschrieben, die provokative Titel trugen, wie z.B. „Die Rolle des Teufels bei der Katholischen Aktion” . Der künftige Kardinal blieb während der Kriegszeit im Land. Er war in seiner Mutterdiözese tätig. Am 15. August 1945 wurde er zum Apostolischen Administrator in Opole (ehem. Oppeln) ernannt. Er bekleidete diese Stelle bis zum 26. Januar 1951 – dann wurde er zusammen mit anderen fünf Apostolischen Administratoren gezwungen, ihr Amt zu verlassen.
Fünf weitere Jahre lang arbeitete er in Krakauer Diözese. Zuerst wohnte er in Wawel, dann (ab 1953) im Kloster der Ursulinen in Siercza in der Nähe von Wieliczka. Am 10. Oktober 1954 wurde er in Przemyśl zum Bischof heimlich geweiht; der Bischof von Przemyśl Franciszek Barda konsekrierte ihn. Im Jahre 1956 wurde er zum Bischof und Administrator von Wrocław (ehem. Breslau), im Jahre 1962 wurde er zum Erzbischof erhoben. Er nahm an den Sitzungen des II. Vatikanums teil. Er war auch Mitglied von der Konzilkommission für die Fragen nach dem Apostolat der Laien wie auch der Kommission für die Presse- und Aufführungssachen. Er wurde auch zum Mitglied einer Papstkommission „Justitia et Pax” wie auch des Sekretariats für die Sachen der Ungläubigen. Im Jahre 1965 wurde er Hauptinitiator und Verfasser der „Botschaft der polnischen Bischöfe an ihre deutschen Amtsbrüder im Chirtenamt Christi”. Er hat zur Normalisierung der diplomatischen Beziehungen zwischen Polen und Deutschland und zur Regelung der Grenzen der Westdiözesen im Jahre 1972 beigetragen. In den Jahren 1956-1972 war er Vorsitzende der Kommission des Episkopates für die Kirchenfragen in den West- und Nordgebieten und ab 1957 - Vorsitzende der Kommission des Episkopates Polens für Allgemeine Seelsorge. Am 10. März 1973 erhob der Papst Paul VI. ihn zum Kardinal. Er starb am 10. März 1974, er wurde im Breslauer Dom bestattet.


